zur Erinnerung: Es waren einmal der Dodd-Frank und der Glass-Steagall-Act

1929

Nach dem Börsencrash waren die Konten vieler US Bürger geplündert und ihre Ersparnisse der Spekulation der Banken zum Opfer gefallen. Die Wut in der Bevölkerung gegen die Finanzelite kochte hoch.

1932-1933

Das erste Gesetz des Glass-Steagall-Act wurde 1932 von Präsident Herbert Hoover erlassen und diente der Eindämmung der Deflation während der Großen Depression.

Das zweite, bedeutendere Gesetz, wurde 1933 von Präsident Franklin D. Roosevelt unterschrieben. Das nach seinen Urhebern benannte Trennbankengesetz Glass-Steagall-Act sah eine strikte Trennung des klassischen Kreditgeschäftes mit Privatkunden vom riskanten Investmentbanking vor. Das zweite Glass-Steagall-Gesetz wurde mehrfach modifiziert. Mitte der Siebziger Jahre, gerieten die Banken wegen fallender Profite immer stärker unter Druck und drängten daher auf eine Deregulierung der Finanzmärkte. Die Politik entsprach ihrem Wunsch, woraufhin der Finanzsektor in den Achtziger und Neunziger Jahren rasant anwuchs. Die Banken gewannen so immer mehr Macht und forderten ständig weitere Zugeständnisse.

1999

Präsident Clinton schafft den Glass-Steagall-Act zu Gunsten der Banken ganz ab. „zur Erinnerung: Es waren einmal der Dodd-Frank und der Glass-Steagall-Act“ weiterlesen

Sprachtricks – Gefährliche Fragen

Sprachtricks haben ein gefährliches Potenzial, das Unterbewusstsein der Menschen zu manipulieren. Durch geschickte Fragen kann man sein Gegenüber in eine gewünschte Richtung lenken. Hier einige Beispiele für solche manipulativen Fragen.

Sprachtricks

The Great Depression

Zeitreihe zur Weltwirtschaftskrise (24.10.1929 – 1939) und Weimarer Republik (9.11.1918 – 1933)

1918 „Aufruhrversicherung“: Versicherung gegen Schäden durch öffentliche Unruhen

1919 Berliner März Kämpfe (Revolution)

Januar: 1$ an der Berliner Börse = 8,2 Mark

1920 Dezember: 1$ = 73 Mark

1921 August: Aktienmarkt beginnt zu steigen (analog März 2009)

1923 Das Jahr der Hyperinflation

Oktober: Gründung Deutsche Rentenbank; Reichsbank druckte kein Geld mehr; die Rentenbank gab die am Wert der alten goldgedeckten Mark (Goldmark) vor Kriegsbeginn orientierte „Rentenmark“ aus

1 Billion Papiermark = 1 Rentenmark

1$ = 4,2 Rentenmark „The Great Depression“ weiterlesen

zur Erinnerung: Quantile, Perzentile, Median und geometrisches Mittel

Median

Der Median betsimmt die relative Position der Daten. Ordnet man die Messergebnisse der Größe nach, dann ist der Median genau der Wert in der Mitte. Ist der Median eines Tests 83, dann wissen wir, dass 50% aller anderen Ergebnisse kleiner als 83 sind und 50% größer. Der Median ist ein Beispiel für ein Perzentil (Prozentrang), das 50. Perzentil. Der Median oder Zentralwert wird vor allem dann eingesetzt, wenn man einen realistischen Durchschnitt für Werte berechnen will, die weit auseinander divergieren, also für Daten mit einer hohen Streuung.

Excel: =MEDIAN(A2:A6) „zur Erinnerung: Quantile, Perzentile, Median und geometrisches Mittel“ weiterlesen

Was kann der Euro aus der amerikanischen Finanzgeschichte lernen?

Lessons for the Euro From Early American Monetary and Financial History by Jeffry Frieden

History does not repeat itself, but it does rhyme. – Mark Twain

Welche Parallelen lassen sich zwischen der Europäischen Union und der Finanzgeschichte der USA ziehen? Die Staaten damals waren wirtschaftlich ebenso unterschiedlich entwickelt wie die Mitglieder der Europäischen Union heute. Es kann daher nicht die eine Finanzpolitik geben, die für alle past. Damals wie heute entscheidend ist aber das Vertrauen in Institutionen wie die EZB. Hier meine Stichpunkte zu der spannenden Gegenüberstellung von Jeffry Frieden. Den Link zum vollständigen Essay bei scribd findet ihr ganz unten.

  • expansionary monetary and credit conditions: low interest rates, relatively lax regulatory standards, aggressive government spending, typically favored in rapidly growing areas, they want to be able to expand their activities more easily to take advantage of new opportunities, economic agents are often debtors, whose real debt burden is lessened by lower real interest rates
  • in more stable regions of the economy there are more likely avers and creditors, they want less expansionary monetary policies and lower inflation, they prefer more pro-creditor financial policies and more limited government spending
  • the American Revolution was financed largely by the issuance of debt that could not be serviced and through money that could not be redeemed – by inflationary means
  • the Continental Congress, which was the representative agent of the thirteen colonies, issued a currency called the Continental Dollar. This paper money is best known in the context of the expression

 worthless as a Continental

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Geld und Macht – Interview mit Hans Jürgen Krysmanski

Interview mit dem Soziologen Hans-Jürgen Krysmanski über Reichtumsforschung, Eliten und den Zusammenhang von Geld und Macht.

Elite sind diejenigen, deren Soziologie keiner zu schreiben wagt. – Karl Schmitt