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Suze Orman – Action Plan 2009 – Altersvorsorge in der Finanzkrise

In ihrem Action Plan für 2009 hat Suze Orman ein Kapitel dem Thema Altersvorsorge gewidmet. Darin findet man viele sehr nützliche Tips, wie man sein Geld in der aktuellen Finanzkrise anlegen sollte.

Natürlich auf das US Rentensystem gemünzt, aber die meisten Ratschläge sind, wie ich finde, zeitlos und man kann sie gar nicht oft genug wiederholen. Ich stelle hier die 5 Fallbeispiele inklusive Handlungsempfehlung vor, die ich am spannendsten finde.

SITUATION:
Der Rentenbeginn liegt mindestens 10 Jahre in der Zukunft. Nach den Verlusten in 2008 wollen Sie erst wieder nach einer Trendwende in Aktien investieren.

ACTION: Widerstehen Sie!

  • hat man mind. noch 10 Jahre bis zum Ruhestand vor sich, sollte man einen Großteil der Altersvorsorge in Aktien investieren
  • halten Sie das langfristige Ziel im Auge und lassen Sie sich nicht vom Tagesgeschehen ablenken
  • das 1. Gebot der Geldanlage lautet: buy low, sell high!
    Und derzeit kann man definitiv zu niedrigen Kursen kaufen
  • konzentrieren Sie sich auf die Anzahl der Aktien, die sie dieses Jahr kaufen können, nicht auf den aktuellen Wert der Aktien
  • nur Aktien bieten Erträge, mit denen man die Inflation langfristig schlagen kann
  • Please do not stop investing now
    Don’t change your strategy – just change your point of view
  • market timing – hier ist die Gefahr groß, dass man die Rally verpasst und damit die Verluste der Vergangenheit nicht mehr aufholen kann
  • langfristige buy and hold-Investition in einen ETF funktioniert am besten, das ist ein guter Mittelweg zwischen perfektem Timing und dem denkbar schlechtesten Timing

SITUATION:
In der aktuellen Situation misstrauen Sie buy and hold und würden lieber alles Geld aus Aktien abziehen und sicher am Geldmarkt anlegen.

ACTION: Push yourself to keep the faith!

  • von 1950 – 2007 war der jährliche Ertrag des S&P 500 mehr als 10 % p.a., es gibt gute und schlechte Zeiten, aber die Geschichte zeigt, dass die guten Zeiten überwiegen
  • ohne Investitionen in Aktien wird man kaum die Verluste der Vergangenheit wieder ausgleichen können, vermutlich nicht mal die Inflation schlagen
  • ein Kompromiss wäre, einen bestimmten Prozentsatz (aber weniger als 1/3 des Vermögens) aus Aktien abziehen und sicher am Geldmarkt anzulegen
  • lassen Sie sich nicht durch Emotionen von ihrer langfristigen Anlagestrategie abbringen
  • Tip: Wenn man in Aktien einsteigt, sollte man das Geld zunächst auf einem Tagesgeldkonto sparen und anschließend z.B. alle 3 Monate ETFs kaufen. Damit lassen sich Gebühren sparen.

SITUATION:
Sie möchten in Aktien investieren, wissen aber nicht in welche. Wie sieht eine gute langfristige Strategie aus?

ACTION: Eine solide langfristige Strategie für den Aktienanteil im Depot ist 90% in einen inländischen Indexfonds oder ETF zu stecken und 10% in einen internationalen Aktienfonds oder ETF.

  • U.S. Beispiele: Vanguard Total Stock Market Index Fund (VTSMX) und Vanguard Total Stock Market ETF (VTI)
  • Dividenden-Fonds oder ETFs sind ebenfalls ein guter defensiver Weg für 2009, statt der inländischen Indexfonds
  • Beispiele für den internationalen Anteil: Vanguard Total International Stock Index (VGTSX), iShares MSCI EAFE ETF (EFA)
  • Tip: Wenn man derzeit in Cash investiert ist und nun Aktien kaufen will, sollte man gleichmäßige Beträge monatlich investieren über das nächste Jahr, um den Cost-Average-Effekt für sich zu nutzen.

SITUATION:
Sie sind 10 Jahre vom Ruhestand entfernt. Wieviel soll man in Aktien und wieviel in festverzinsliche Wertpapiere/Cash investieren?

ACTION: Legen Sie mindestens 50 % des Geldes in festverzinslichen Wertpapieren an oder auf einem Tagesgeldkonto.

  • Sie sollten das Risiko reduzieren, aus Aktien raus, in festverzinsliche Wertpapiere rein
  • das macht aber nur Sinn, wenn das Vermögen bei Rentenbeginn so groß ist, dass es 4% p.a. Zinsen abwirft

  • wenn man mit 60 in Rente geht, kann es sein, dass man 80 oder 90 wird, man sollte also das Wachstumspotential von Aktien und die Tatsache, dass man das Vermögen bald benötigt ausbalancieren, ein 50-50-Mix ist ein guter Weg diese beiden Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen

SITUATION:
Sie benötigen das Vermögen in den nächsten 10-15 Jahren nicht. Wieviel soll man in Aktien und wieviel in festverzinsliche Wertpapiere/Cash investieren?

ACTION: Wenn man noch 15 Jahre bis zum Ruhestand hat, sollten 70% in Aktien investiert werden. Diesen Anteil kann man dann jährlich um ca. 5% zurückfahren, so dass man 10 Jahre vor der Rente bei 50% Aktienanteil ist.

4 Antworten auf „Suze Orman – Action Plan 2009 – Altersvorsorge in der Finanzkrise“

Ich bin mir nicht sicher ob „buy and hold“ die richtige Strategie für die Zukunft ist.
Letzlich ergeben sich die tollen p.a. Gewinne auch nur aus der Zeit von 1950-1965 und
1985 – 2000.
Frag mal einen Japaner, der schon zehn Jahre oder länger seine Aktien hält, ob der so glücklich über diese Strategie ist ?

Gruß
Thomas

Stimmt, die höhere p.a. Rendite ergibt sich im wesentlichen aus wenigen Perioden mit starken Steigerungen. Von 2003-2008 konnte man mit dem NIKKEI auch recht gute Gewinne machen. Ich denke, dass ich mit buy und hold schon eine gute mittlere Rendite erzielen werde, auch wenn ich nicht den optimalen Verkaufszeitpunkt erwische. Und derzeit folge ich dem Motto: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ oder etwas krasser, wie es in dem Film „Let’s make money“ hieß: „Kaufen, wenn das Blut auf der Straße klebt!“ Und ich gehe natürlich davon aus, dass wir uns spätestens in 3 Jahren wieder in einem schönen Aufschwung befinden.

Ja, wer 2003 gekauft hat und rechtzeitig wieder verkauft hat, konnte gut verdienen, das ist aber nach meiner Ansicht nicht das typische Beispiel für eine „buy and hold“ Strategie.
Trotzdem stimme ich dir zu, dass man wenn man jetzt investiert in ein paar Jahren eine gute Rendite erwirtschaftet hat.
Sofern rechtzeitig ausgestiegen wird.

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