Industriemetalle – der Rohstoff, aus dem Träume sind

Neben Gold sollten Anleger auch Industriemetalle im Auge behalten

Der Rohstoff-Sektor ist äußerst vielfältig, vom Defensivinvestment Gold über zyklische Industriemetalle und Nahrungsmittel bis hin zu knappen Energieträgern ist für jeden Anleger und jedes Marktumfeld etwas dabei. Über welches Instrument der Einstieg erfolgt, hängt von der eigenen Risikoneigung ab. Grundsätzlich lassen sich Rohstoffe in folgende Oberkategorien einteilen

  • Soft-Commodities = Agrarrohstoffe wie Zucker, Sojabohnen, Kaffee, Schweinehälften
  • Hard-Commodities = Industrie- und Edelmetalle
  • Energieträger = Erdöl und Erdgas 

Da der physische Erwerb oft ausscheidet, bieten sich Zertifikate, ETFs/ETCs und Futures an.

Rohstoffe mit Zertifikat

Grundsätzlich lassen sich Rohstoffzertifikate nach ihren Basiswerten unterscheiden. Verbrieft kann hier z.B. die Partizipation an der Preisentwicklung einer Unze Gold, also eines einzelnen Rohstoffs oder aber auch die Entwicklung eines ganzen Rohstoffindex sein. Daneben existieren die gleichen oder ähnlichen Konstruktionen wie bei den Zertifikaten auf Aktien, also beispielsweise Quanto-, Garantie- und Hebelzertifikate. Zur besseren Handelbarkeit werden häufig auch Bruchteile als kleinste Einheit verbrieft, beispielsweise 1/10, 1/100 und 1/1000 eines Indexstandes oder des Preises einer Unze. 

Exchange Traded Commodities – ETCs

Seit Ende 2006 kann man Rohstoffe auch über Exchange Traded Commodities (ETCs) handeln. Diese können laufend über die Börse ge- und verkauft werden und ermöglichen ein genaues Tracking einzelner Rohstoffe. Diese Instrumente weisen eine ähnlich günstige Kostenstruktur auf wie ETFs: Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,49% und der Spread bewegt sich im regulären Handel in der Regel zwischen 0,2% und 0,6%. Im Gegensatz zu den börsengehandelten Indexfonds auf Aktien oder Anleihen sind die neuen ETCs allerdings kein Sondervermögen. Das heißt, im Insolvenzfall des Anbieters wird das investierte Kapital zunächst einmal der Insolvenzmasse zugeordnet. Die börsengehandelten Commodity Fonds bilden die Wertentwicklung einzelner Rohstoffe wie Kaffee oder Zucker ab oder beziehen sich auf Rohstoffkörbe. Es gibt auch ETCs mit Hebel und auf fallende Notierungen. 

Die Eigenheiten der Rohstoffinvestments

Gleichgültig, ob Zertifikat oder ETC, beziehen sich die Derivate auf einen Index, dann bewegen sie sich auch 1:1 mit diesem mit. Demgegenüber kommt es aber häufig zu Abweichungen, wenn lediglich ein einziger Rohstoff die Basis bildet. Denn im Unterschied zu den Aktienmärkten sind die Rohstoffmärkte physische Märkte und da es unwirtschaftlich ist, die Waren zu lagern, nutzen die Emittenten Terminkontrakte (Futures), um die Preisänderungen der Rohstoffe abzubilden. Nun unterscheiden sich die Terminkurse aber meist von den Kassapreisen. Denn die Futures werden außer durch die Erwartungen auch durch Refinanzierungs- und Leihkosten beeinflusst. Damit kommt ein weiterer wichtiger Aspekt ins Spiel: Da die Terminkontrakte zeitlich begrenzt sind, die begebenen Derivate aber meist über deren Fälligkeitstermin hinaus weiterlaufen, müssen die Emittenten die zugrunde liegenden Positionen anpassen. Zu diesem Zweck wechseln sie regelmäßig kurz vor dem Laufzeitende des jeweiligen Kontraktes zum nächst fälligen über. Diese Vorgehensweise bezeichnet man im Fachjargon als Rollieren. Dabei spielt das Verhältnis der Terminnotierungen eine große Rolle: Sind die längerfristigen Kurse höher, kommt es beim Rollieren zu Verlusten. Denn für den Betrag, den man beim Verkauf des fälligen Terminkontraktes erhält, bekommt man weniger vom nächsten. Diese Situation wird als Contango bezeichnet. Umgekehrt folgt natürlich, dass im Falle niedrigerer längerfristiger Preise Gewinne anfallen – diese Konstellation wird als Backwardation bezeichnet. 

Indikator für Insider

Rohstoffe taugen ebenfalls als Indikator für die Aussichten der Weltwirtschaft. Im Fachjargon der Amerikaner wird etwa der Kupferpreis aufgrund seiner prognostischen Qualitäten als Dr. Copper bezeichnet. In der Vergangenheit hat die Notierung des Industriemetalls stets sehr gute Aufschlüsse über das zukünftige Wirtschaftswachstum sowie die Entwicklung der Inflation gebracht und konjunkturelle Wendepunkte rund sechs Monate im Voraus anzeigt. Steigende Kupferpreise deuten damit auf eine wachsende Weltwirtschaft und/oder eine steigende Inflation hin. Selbst wenn sich die Wirtschaft so schnell nicht erholen sollte und die enormen Konjunkturprogramme lediglich die Inflation ankurbeln, kann sich eine Spekulation auf steigende Rohstoffpreise – insbesondere Kupfer – auszahlen. Als vorsichtiger Anleger setzt man weiterhin auch auf Gold. Hier bietet sich unter anderem der bekannte Xetra-Gold ETC (WKN: A0S9GB) an, der mit physischem Gold hinterlegt wird und das Recht verbrieft, sich das Gold auch ausliefern zu lassen. 

(Quelle: Rohstoffe Spezial BAS 132009)

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