zur Erinnerung: iNAV – der innere Wert eines ETF

Den Wert eines Fondsanteils errechnet man, indem man das Fondsvermögen durch die Anzahl der umlaufenden Anteilsscheine des Fonds dividiert. So erhält man den Nettoinventarwert NAV (Net Asset Value). Steigt der Wert der im Fondsvermögen enthaltenen Anlagen, erhöht sich auch das Fondsvermögen und der Nettoinventarwert.

NAV = Fondsvermögen / Anzahl der Anteilsscheine

Rücknahmepreis und Ausgabeaufschlag

Bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds berechnet die Fondsgesellschaft das gesamte Fondsvermögen und den NAV einmal täglich, in manchen Fällen sogar nur einmal wöchentlich. Der NAV ist dann der Rücknahmepreis. Die Fondsgesellschaft stellt keinen Kauf-(Bid-) und Verkaufs-(Ask-)Kurs wie beim börslichen Wertpapierhandel, sondern sie kauft die Fondsanteile zum Rücknahmepreis zurück und addiert beim Verkauf ihren Ausgabeaufschlag hinzu. Dieser liegt bei Aktienfonds gewöhnlich zwischen 3% und 5%. Durch diese Differenz fließen ihr beim Handel mit Fondsanteilen Einnahmen zu. Dazu kommen dann noch Verwaltungs- und andere Gebühren. 

ETFs im Börsenhandel

Für ETFs berechnet entweder die Deutsche Börse oder alternativ ein vom Emittenten beauftragter Dienstleister während der Handelszeit alle 60 Sekunden oder sogar alle 15 Sekunden den so genannten indikativen Nettoinventarwert, kurz iNAV. Auch hier wird das Fondsvermögen ermittelt, wobei die Kurse der Einzelpositionen im Fondsportfolio und die Barmittel addiert werden, um sie anschließend durch die Anzahl der Anteilsscheine zu teilen.

iNAV = (Kurse der Einzelpositionen + Barvermögen) / Anzahl der Anteilsscheine

„Indikativ“ heißt der Nettoinventarwert, weil die Kursstellung an der Börse diesem Nettoinventarwert als fairem Preis folgt. Aufgrund des Spreads zwischen Kauf- und Verkaufskursen an der Börse weichen die tatsächlich festgestellten Kurse davon jedoch ab. Kauf- und Verkaufskurse der ETFs müssen unterschiedlich sein, um den Börsenhandel zu ermöglichen. Denn für den fortlaufenden Handel greifen die ETF-Anbieter auf Designated Sponsors zurück. Häufig sind das Großbanken, die dann verbindliche Kauf- und Verkaufskurse stellen. Der Gewinn der Designated Sponsors liegt im Spread zwischen dem aktuell besten Kauf- und Verkaufskurs. Die Höhe des Spreads wird durch Angebot und Nachfrage im Handel mit dem jeweiligen ETF bestimmt.

Transparente Kurse

Die Veröffentlichung des iNAV ermöglicht einen objektiven Vergleich zwischen den an der Börse gehandelten Kursen und dem fairen Preis für den ETF. Mit Hilfe des iNAV können Anleger feststellen, wie weit der vom Designated Sponsor gestellte Kurs vom Nettoinventarwert abweicht. Hat ein ETF einen Spread von beispielsweise 0,1%, dann liegen der Kauf- und Verkaufskurs um je 0,05% über beziehungsweise unter dem Nettoinventarwert.

Der indikative Nettoinventarwert stellt den fairen Wert eines ETFs in Echtzeit dar, da jeweils alle in dem ETF enthaltenen Wertpapiere zu aktuellen Kursen bewertet sind. 

Die ETF-Anbieter legen vorab einen maximalen Spread fest, der im Handel aber in der Regel deutlich geringer ist. Durch die laufende Berechnung des iNAV und die Preisfeststellung wird der Intraday-Handel mit ETFs möglich. Wie bei Aktienaufträgen können Stop-Loss-Orders, Bestens-Orders oder Limit-Orders beim Börsenhandel mit ETFs zum Einsatz kommen.



Mehr zum Thema

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.