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Dividendenaktien – kleine Rendite und große Langeweile?

Sind die Zeiten gut, neigen Anleger dazu, Risiken zu vergessen und nur an die Chancen zu denken. Wenn die Zeiten schlecht sind, vergessen die Anleger die Chancen und denken nur noch an die Risiken. Das ist genau das Gegenteil von dem, was man tun sollten. Im Moment macht es uns der Aktienmarkt einfach, es geht immer weiter aufwärts. Dennoch sollte man das Risiko nicht aus den Augen verlieren. Eine Möglichkeit, das Risiko zu limitieren und trotzdem vorzügliche Gewinne zu erzielen, sind klassische Dividendenaktien. Dividendenaktien sind nicht ansatzweise so langweilig, wie man denkt. Und in den kommenden Jahren sind deren Erfolgsaussichten hervorragend.

Die Grundlagen von Dividendenaktien

Setzt man die jährlichen Ausschüttungen des Unternehmens ins Verhältnis zum Aktienkurs erhält man die Dividendenrendite.

Dividendenrendite = jährliche Ausschüttungen / Aktienkurs

Eine ganz einfache Dividendenstrategie wäre z.B. die folgende: die 30 Aktien des Dow Jones Industrial Average hernehmen, sie nach ihrer Dividendenrendite sortieren und einmal im Jahr die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite kaufen. Diese hält man dann ein Jahr und anschließend wiederholt man das ganze. Diese Strategie wird auch “THE DOGS OF THE DOW” genannt.

Die Dividendenrendite kann man noch um die Aktienrückkäufe des aktuellen Jahres (Ausstehende Aktien am Jahresende – Ausstehende Aktien am Jahresanfang) erweitern, um einen noch aussagekräftigeren Shareholder Yield zu erhalten.

Viele Anleger sind heute eher bereit, ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto für weniger als 1% Zinsen anzulegen und damit praktisch eine negative Realrendite unter Berücksichtigung der Inflation in Kauf zu nehmen. Eine weitaus bessere Rendite verspricht da ein diversifiziertes Portfolio mit Dividendenaktien.

Konzentriert man sich auf große, bekannte Aktien mit hohem Shareholder Yield, kann man den S&P 500 um das Zehnfache übertreffen. Während der acht Jahrzehnte bis 2010 machten alleine Dividenden beachtliche 44% des Gesamtergebnisses des Aktienmarkts aus (gemäß Fidelity Investments). Manchmal war es sogar weit mehr. In den 1970ern z.B. sorgten die Dividenden für 71% der Aktienmarktperformance.

Aktuell schütten die Konzerne Rekord-Dividenden für das zurückliegende Geschäftsjahr aus. Sie sitzen auf großen Geldreserven, und die Dividenden kennen nur eine Richtung – nach oben. Langfristig hängt die Performance des Dividendenaktien-Portfolios aber natürlich auch von der Kursentwicklung der Aktien ab. Daher ist es empfehlenswert, neben dem Shareholder Yield noch weitere Kriterien zu berücksichtigen.

Einige weitere Value Kriterien

Die Kombination mehrerer Faktoren bei der Aktienauswahl erhöht die Performance dramatisch oder reduziert auf der anderen Seite das Risiko signifikant, je nachdem, wo die eigenen Präferenzen liegen.

Die Auswahlkriterien sollten aber andererseits auch immer so einfach wie möglich gehalten werden. Eine besonders komplexe Anlagestrategie ist kein Garant für besonders hohe Rendite.

Eine einfache Value Strategie könnte so aussehen:

  • keine Energieversorger
  • Marktkapitalisierung größer als der Durchschnitt des Aktienuniversums/DB
  • KCV größer als der Durchschnitt des Aktienuniversums/DB
  • Umsatz größer als der Durchschnitt des Aktienuniversums/DB *1,5

Sortiere die Aktien nach dem Shareholder Yield und kaufe die 25 Aktien mit dem höchsten Shareholder Yield.

Details zu dieser Value Strategie findet man in „What Works on Wall Street“ von James O’Shaughnessy. Dort werden eine Vielzahl von Einzel-Kriterien und Kombinationen von vielversprechenden Kriterien vorgestellt und mit ausgiebigem Backtesting unterlegt.

Insbesondere als Privatanleger ist es mir wichtig, dass ich diese Kriterien einfach und kostenlos finden kann. Die oben genannten Kriterien finde ich alle bei Onvista, unter den Fundamental-Kennzahlen der jeweiligen Aktie.

Diese Value Strategie besticht durch ihre Einfachheit und kann damit ein solider Grundpfeiler der eigenen Aktienanlage-Strategie sein. Hiermit dürfte sich eine deutlich höhere Rendite erzielen lassen, als mit einem Tagesgeldkonto bei den derzeitigen Zinsen. In Zeiten des Nullzinses ist die aktiv gemanagte Geldanlage ein Gebot der Vernunft.

Quellen

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