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Ein Update zu “What Works on Wall Street” – Neueste Erkenntnisse zur Aktienauswahl

Es gibt bei der Aktienauswahl nicht den besten Faktor per se. Bessere und konsistentere Ergebnisse erhält man, wenn man mehrere Faktoren kombiniert. Zudem sollte man nicht nur die Faktoren mit der besten Performance, sondern der besten Risiko-bereinigten Performance betrachten.

James O’Shaughnessy, Autor von „What Works on Wall Street, Fourth Edition: The Classic Guide to the Best-Performing Investment Strategies of All Time“hat im August 2013 einen Artikel bei der American Association of Individual Investors (AAII) veröffentlich, in dem er die neuesten Ergebnisse seiner umfangreichen Datenbankanalysen präsentiert.

Value Aktie oder einfach nur teuer

Ein niedriges KGV deutet nicht immer auf eine Value Aktie hin. Um herauszufinden, ob es sich wirklich um eine Value Aktie handelt, arbeitet man besser mit einer Kombination von 5 Faktoren. Für die Aktien seines Aktien-Universums bestimmt man die Rangfolge für die folgenden 5 Faktoren:

  • price to sales
  • price to earnings
  • EBITDA to enterprise value
  • free cash flow to enterprise value and
  • shareholder yield

„Enterprise value is a combination of a company’s market capitalization, debt, minority interest and preferred stock at market value, less any investments in associated companies at market value and all cash and cash equivalents.“

Diese Kombination übertrifft die individuellen Faktoren bei weitem.

Für jeden Faktor erstellen wir ein Prozent-Ranking von 1 bis 100. Wenn das KGV unter den niedrigsten 1% des Universums ist, erhält die Aktie Rang 1. Wenn das KGV unter den höchsten 1% des Universums ist, erhält die Aktie Rang 100.
Wenn das KUV unter den niedrigsten 1% des Universums ist, erhält die Aktie eine 1. Wenn das KUV unter den höchsten 1% des Universums ist, erhält die Aktie eine 100.

Fehlt ein Faktor, wird dieser Faktor ignoriert, jedoch müssen mindestens 3 Faktoren vorhanden sein, damit die Aktie berücksichtigtwird.
Shareholder Yield (Dividendenrendite plus Aktien Buyback), die 1% der Aktien mit der höchsten Rendite bekommen eine 1, die unter den niedrigsten 1% bekommen Rang 100.
Wenn alle Faktoren einen Rang haben, werden die Ränge addiert und die Aktien Zehntel-Segmenten zugeordnet. Die mit dem niedrigsten Score kommen in Segment 1, die mit dem höchsten Score in Segment 10.
Die Aktien im 1. Segment weisen die beste Faktor Kombination auf und lassen die höchste Risiko-bereinigte Performance erwarten.
Value Fallen
Eine Aktie hat ein KGV von 10, was relativ günstig ist. Schaut man die Aktie jedoch durch die Linse der 5 Value Faktoren an, war sie teurer als 65% der Aktien im S&P 500 und sollte tunlichst gemieden werden.
Umgekehrt, eine Aktie mit einem KGV von 57,44, sieht sehr überbewertet aus, jedoch ist sie damit billiger als 74% der anderen Aktien im betrachteten Aktien-Universum, wenn man die Aktien gemäß der 5 Value Faktoren ordnet.

Diese Value Composite Methode ist ein sehr hilfreiches Tool für Investoren auf der Jagd nach Schnäppchen.

Finanzielle Stärke und Gewinn-Qualität

Die folgenden zwei Methoden helfen dabei, solche Aktien zu identifizieren, die man besser meiden sollte.

Finanzielle Stärke

Zur Beurteilung der finanziellen Stärke ordnet man die Aktien nach den folgenden 4 Faktoren:

  • external financing
  • debt-to-cash flow ratio
  • debt-to-equity ratio and
  • one-year change in debt

Wie beim oben beschriebenen Value Composite erhalten auch beim Financial Strength Composite die Aktien mit dem besten Wert jeweils pro Faktor eine 1, die mit dem schlechtesten Wert eine 100.
Fehlt ein Wert, wird die Aktie ignoriert. Um bei diesem Modell berücksichtigt zu werden, müssen mindestens 2 von 4 Werten vorhanden sein.
Die Kombination aus Financial Strength Composite und Value Composite hilft, solche Aktien auszuschließen, die zwar unter Value Gesichtspunkten gut aussehen, aber gemäß Financial Strength Composite entfernt werden müssen.

Eine Aktie ist billiger als 85% der Aktien im Aktien-Universum gemäß Value Composite und bietet eine Dividendenrendite 5,42%. Bemüht man nun den Financial Strength Composite ist die Aktie im untersten Zehntel, und sollte damit eliminiert werden.

Gewinn-Qualität

Zum Abschluß nun der Earnings Quality Composite. Er enthält die folgenden 4 Faktoren:

  • ratio of current accruals to assets
  • change in operating assets
  • ratio of total accruals to total assets and
  • ratio of depreciation to capital expenditures

“Current accruals to assets is defined as the difference in accruals earnings over the last 12 months minus the cash earnings over the last 12 months. Total accruals to total assets is calculated as the change in working capital accounts on the balance sheet (change in current assets – change in current liabilities – change in cash).”

Man würde erwarten, dass ein hoher Gewinn auf Aktien mit sehr guter Performance hindeutet. Genau wie beim Financial Strength Composite ist auch der Earnings Quality Composite ein guter Indikator, um solche Aktien zu meiden, die zu katastrophalen Investments würden.

Die Mischung macht’s

We have seen that using composites rather than individual factors can add real value to an investor’s portfolio selection process. Finding companies with excellent value, financial strength and high earnings quality leads to much better performing portfolios than those constructed using single factors or single composite factors alone. When used in combination, they allow for the best of stocks to earn a way into your portfolio and they eliminate stocks that are often positioned to do poorly.

Quellen

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