Inflation, Arbeitslosigkeit und Steuern

Die Staatsverschuldung von vielen großen Nationen hat heute rund 70% erreicht, die kumulativen Zinsausgaben zugeschrieben werden. Wenn die Zinssätze steigen, werden die Staatsschulden explodieren und basierend auf der Scheintheorie der Inflation, die angeblich aus einer Erhöhung der Geldmenge resultiert, werden dann die Steuern angehoben, um die existierenden Defizite zu reduzieren. Dies wird zu einer weiteren Depression führen, wenn die Deflation zunimmt. Je mehr Menschen der Regierung nicht mehr vertrauen, desto mehr horten ihren Reichtum aus Angst zu investieren.
Die EZB hat seit fast 10 Jahren quantitative Lockerungsmaßnahmen durchgeführt, ohne eine entsprechende Inflation hervorzurufen. Nur wenn die Menschen der Regierung nicht mehr vertrauen und glauben, dass die Preise steigen, werden sie die Währung jetzt ausgeben, da sie morgen weniger dafür kaufen können. Entscheidend ist immer, was die Leute morgen für möglich halten. Derzeit gibt es wenig Vertrauen in die Zukunft, so dass die Bevölkerung weniger ausgibt und mehr spart bzw. hortet. Es gibt keinen Druck, heute etwas zu kaufen, aus Angst, dass es morgen im Preis steigen wird. Solange sich die Menschen nicht sicher über die Zukunft sind, werden sie im Sparmodus bleiben. Hyperinflation entsteht erst, wenn das Vertrauen in die Regierung „Inflation, Arbeitslosigkeit und Steuern“ weiterlesen

zur Erinnerung: Es waren einmal der Dodd-Frank und der Glass-Steagall-Act

1929

Nach dem Börsencrash waren die Konten vieler US Bürger geplündert und ihre Ersparnisse der Spekulation der Banken zum Opfer gefallen. Die Wut in der Bevölkerung gegen die Finanzelite kochte hoch.

1932-1933

Das erste Gesetz des Glass-Steagall-Act wurde 1932 von Präsident Herbert Hoover erlassen und diente der Eindämmung der Deflation während der Großen Depression.

Das zweite, bedeutendere Gesetz, wurde 1933 von Präsident Franklin D. Roosevelt unterschrieben. Das nach seinen Urhebern benannte Trennbankengesetz Glass-Steagall-Act sah eine strikte Trennung des klassischen Kreditgeschäftes mit Privatkunden vom riskanten Investmentbanking vor. Das zweite Glass-Steagall-Gesetz wurde mehrfach modifiziert. Mitte der Siebziger Jahre, gerieten die Banken wegen fallender Profite immer stärker unter Druck und drängten daher auf eine Deregulierung der Finanzmärkte. Die Politik entsprach ihrem Wunsch, woraufhin der Finanzsektor in den Achtziger und Neunziger Jahren rasant anwuchs. Die Banken gewannen so immer mehr Macht und forderten ständig weitere Zugeständnisse.

1999

Präsident Clinton schafft den Glass-Steagall-Act zu Gunsten der Banken ganz ab. „zur Erinnerung: Es waren einmal der Dodd-Frank und der Glass-Steagall-Act“ weiterlesen

The Great Depression

Zeitreihe zur Weltwirtschaftskrise (24.10.1929 – 1939) und Weimarer Republik (9.11.1918 – 1933)

1918 „Aufruhrversicherung“: Versicherung gegen Schäden durch öffentliche Unruhen

1919 Berliner März Kämpfe (Revolution)

Januar: 1$ an der Berliner Börse = 8,2 Mark

1920 Dezember: 1$ = 73 Mark

1921 August: Aktienmarkt beginnt zu steigen (analog März 2009)

1923 Das Jahr der Hyperinflation

Oktober: Gründung Deutsche Rentenbank; Reichsbank druckte kein Geld mehr; die Rentenbank gab die am Wert der alten goldgedeckten Mark (Goldmark) vor Kriegsbeginn orientierte „Rentenmark“ aus

1 Billion Papiermark = 1 Rentenmark

1$ = 4,2 Rentenmark „The Great Depression“ weiterlesen

Was kann der Euro aus der amerikanischen Finanzgeschichte lernen?

Lessons for the Euro From Early American Monetary and Financial History by Jeffry Frieden

History does not repeat itself, but it does rhyme. – Mark Twain

Welche Parallelen lassen sich zwischen der Europäischen Union und der Finanzgeschichte der USA ziehen? Die Staaten damals waren wirtschaftlich ebenso unterschiedlich entwickelt wie die Mitglieder der Europäischen Union heute. Es kann daher nicht die eine Finanzpolitik geben, die für alle past. Damals wie heute entscheidend ist aber das Vertrauen in Institutionen wie die EZB. Hier meine Stichpunkte zu der spannenden Gegenüberstellung von Jeffry Frieden. Den Link zum vollständigen Essay bei scribd findet ihr ganz unten.

  • expansionary monetary and credit conditions: low interest rates, relatively lax regulatory standards, aggressive government spending, typically favored in rapidly growing areas, they want to be able to expand their activities more easily to take advantage of new opportunities, economic agents are often debtors, whose real debt burden is lessened by lower real interest rates
  • in more stable regions of the economy there are more likely avers and creditors, they want less expansionary monetary policies and lower inflation, they prefer more pro-creditor financial policies and more limited government spending
  • the American Revolution was financed largely by the issuance of debt that could not be serviced and through money that could not be redeemed – by inflationary means
  • the Continental Congress, which was the representative agent of the thirteen colonies, issued a currency called the Continental Dollar. This paper money is best known in the context of the expression

 worthless as a Continental

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Die Troika der EU

Die EU Troika ist eine Kooperation von Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Kommission. Sie verhandelten mit Mitgliedsländern der Eurozone über Kreditprogramme. Die drei Institutionen werden weder parlamentarisch noch direkt durch Bürger gewählt. Ihre Beamten üben Macht aus, die kein Parlament und kein Rechnungshof kontrolliert. „Die Troika der EU“ weiterlesen

Ein Stück vom Kuchen – oder Kirschgarten

The cherry orchard stands for beauty. It is vehicle of tradition and self-assurance. It is priceless and immaterial. But the cherry harvest also used to be a profitable, rock-solid currency. Others want a slice of the cake. The merchant and social upstart Lopachin, for example, who has plenty of new money to burn and who has picked up the scent of big business. Or vagabonds passing through, people of no fixed abode who try to assert their claims. There does not seem to be a way to make common cause among all these factions. The obstacles between them are insurmountable. Everyone sticks to their guns, and to their version of the history and vision of the cherry orchard.

Der Kirschgarten – Kammerspiele München